Das Abo im Geschäft ansprechen: Sätze, die funktionieren
Ein Satz je Anlass, Antworten auf die üblichen Einwände und eine Regel, wen man nicht fragt. An der Theke einer Kfz-Werkstatt.
Kurz gesagt
Im Geschäft sprichst du das Abo am besten mit einem Satz an, der an etwas hängt, das der Kunde gerade getan oder gesagt hat. Der Satz nennt einen Vorteil und endet mit einer kleinen Frage. Den Preis sagst du als Monatsbetrag, ohne „nur“. Gefragt wird jeder Stammkunde einmal, und wem das Abo nichts bringt, dem würden wir es ausreden.
Zehn Sekunden am Kartengerät
In einer Kfz-Werkstatt mit vier Hebebühnen steht vorne eine Theke, dahinter hängt das Schlüsselbrett. Dort arbeitet die Frau, die die Autos annimmt und zurückgibt. Jeder Kunde kommt zweimal an ihr vorbei. Seit September gibt es ein Vorteilsabo um 19,99 € im Monat: eine Wäsche im Monat, Wintercheck und Urlaubscheck, ein Termin innerhalb von drei Tagen und zweimal im Jahr der Reifenwechsel zum Mitgliederpreis. Auf der Theke liegt ein Stapel Kärtchen mit einem QR-Code.
Nach sechs Wochen hat das Abo elf Mitglieder, und alle elf hat der Chef selbst gewonnen, im Gespräch neben dem Auto. An der Theke hat niemand gefragt. Die Frau an der Annahme sagt, sie wisse nicht, wie sie anfangen soll, ohne dass es nach Verkaufen klingt.
Ihr Moment ist kurz. Der Kunde steckt die Karte ins Gerät, und das Gerät braucht zehn Sekunden. In diese zehn Sekunden muss der Satz passen.
Warum die direkte Frage scheitert
„Möchtest du unser Abo?“ ist die naheliegende Frage, und fast jeder antwortet darauf mit Nein. Der Kunde weiß nicht, was gemeint ist, das Wort erinnert ihn an Zeitschriften und Fitnessstudios, und ein Nein kostet ihn am wenigsten. Mit dem Angebot hat diese Antwort nichts zu tun.
Ein Satz, der funktioniert, beginnt deshalb bei etwas, das der Kunde gerade getan oder gesagt hat. Er hat den Wintercheck bezahlt, er hat nach einer Wäsche gefragt, er hat sich geärgert, dass der nächste Termin erst in zwei Wochen frei ist. An diesem Anlass hängt ein einziger Vorteil aus dem Abo, und am Ende steht eine kleine Frage, auf die man leicht Ja sagen kann. Dass zuerst kommt, was der Kunde loswird, und dann der Preis, beschreibt der Text Bestehende Kunden auf ein Abo umstellen. Hier geht es um den Wortlaut an der Theke.
Ein Satz für jeden Anlass
Die Frau an der Annahme schreibt sich vier Anlässe auf, die in ihrer Woche immer wieder vorkommen, und zu jedem einen Satz. In dieser Werkstatt sind alle per Du. Wo gesiezt wird, bleibt der Satz derselbe.
| Der Anlass | Der Satz |
|---|---|
| Der Kunde holt das Auto nach dem Wintercheck ab | „Der Check von heute ist bei unseren Stammkunden im Monatsbeitrag dabei. Soll ich dir das Kärtchen dazu mitgeben?“ |
| Der Kunde wartet im Oktober auf den Reifenwechsel | „Du kommst zweimal im Jahr zum Wechseln. Im Abo zahlst du dafür den Mitgliederpreis. Magst du kurz schauen, was noch dabei ist?“ |
| Der Kunde fragt, ob man das Auto auch waschen kann | „Kannst du einzeln haben. Wenn du öfter kommst: Um 19,99 € im Monat ist jeden Monat eine Wäsche dabei und die zwei Checks im Jahr auch.“ |
| Der Kunde ärgert sich über die Wartezeit auf einen Termin | „Gerade ist es eng, das stimmt. Wer bei uns im Abo ist, kriegt den Termin innerhalb von drei Tagen. Soll ich dir zeigen, wie das geht?“ |
Keiner der vier Sätze zählt alle Vorteile auf. Wer in zehn Sekunden Wäsche, zwei Checks, Vorrang und Mitgliederpreis herunterbetet, klingt wie ein Prospekt, und der Kunde merkt sich nichts davon. Ein Vorteil, der zum Augenblick passt, bleibt hängen. Den Rest liest er auf dem Kärtchen.
Die Frage am Schluss ist mit Absicht klein. „Soll ich dir das Kärtchen mitgeben?“ verlangt keine Entscheidung über das Abo. Der Kunde entscheidet nur, ob er ein Stück Karton einsteckt.
Der Preis, sobald jemand fragt
Auf einen guten Satz folgt meistens „Und was kostet das?“. Darauf gibt es eine Antwort: 19,99 € im Monat. Ohne „nur“ und ohne Anlauf. Das Wörtchen „nur“ sagt dem Kunden, dass du den Betrag selbst für erklärungsbedürftig hältst.
Den Vergleich mit dem Einzelpreis ziehst du, wenn er stimmt und du die Zahl im Kopf hast. Die Frau an der Annahme weiß, was eine Wäsche bei ihr einzeln kostet, und kann sagen, nach wie vielen Wäschen im Jahr der Beitrag herinnen ist. Eine Ersparnis, die sie nicht nachgerechnet hat, nennt sie nicht. Stammkunden rechnen am Abend nach, und eine Zahl, die dann nicht hält, kostet mehr Vertrauen, als das Abo je einbringt.
Geht es im Satz selbst schon ums Geld, wie bei der Wäsche, steht der Preis gleich drin. Sonst wartet er, bis der Kunde fragt.
Was der Kunde antwortet, und was du dann sagst
An der Theke kommen immer wieder dieselben Antworten, und für jede hat sie eine Erwiderung parat.
| Was der Kunde sagt | Was sie antwortet |
|---|---|
| „Ich überleg’s mir.“ | „Gern. Da ist das Kärtchen, der Code führt auf die Seite, dort steht alles.“ |
| „Ich komm ja nur zweimal im Jahr.“ | „Dann schau, ob dir die Wäsche im Monat etwas wert ist. Wenn nicht, zahlt es sich für dich nicht aus.“ |
| „Kann ich das wieder kündigen?“ | „Ja. Wie das geht, steht auf der Seite beim Tarif.“ |
| „Muss ich da meine Karte hergeben?“ | „Du hinterlegst deine Zahlungsdaten einmal selbst auf der Seite. Hier an der Theke brauchst du nichts auszufüllen.“ |
| „Nein, danke.“ | „Passt. Schöne Woche.“ |
„Ich überleg’s mir“ ist die häufigste Antwort und eine gute. Die Frau an der Annahme lässt sie stehen und hakt am selben Tag nicht nach. Beim nächsten Besuch fragt sie einmal, ob er hineingeschaut hat.
Die zweite Zeile fällt am schwersten, und sie ist die wichtigste. Einem Kunden, der zweimal im Jahr kommt und sein Auto nie waschen lässt, würden wir das Abo an der Theke ausreden. Er zahlt drei Monate, merkt, dass er nichts davon nutzt, kündigt verärgert und erzählt es am Stammtisch. Der Satz „Für dich zahlt es sich nicht aus“ kostet ein Mitglied und bringt einen Kunden, der dir beim nächsten Mal glaubt.
Bei der Kündigung sagt sie nur zu, was in den Bedingungen der Werkstatt steht. Kennt sie die Antwort nicht, holt sie den Chef. Eine falsche Zusage an der Theke lässt sich später schwer zurücknehmen.
Wen sie fragt und wen nicht
Sie fragt höchstens zwei Kunden am Tag, und nur solche, deren Namen sie weiß, ohne auf den Auftrag zu schauen. Das sind die Stammkunden, und für sie ist das Abo gemacht. Wer zum ersten Mal da ist, hört nichts davon.
Jeder wird einmal gefragt. In der Kundenkartei steht danach ein Vermerk mit Datum und Antwort. Nach einem „Ich überleg’s mir“ fragt sie beim nächsten Besuch nach, nach einem Nein erst im Jahr darauf wieder. Ohne den Vermerk fragt der Chef am Dienstag denselben Kunden, den sie am Montag gefragt hat, und ab dem dritten Mal ist es lästig.
Dazu kommen die Momente, in denen sie schweigt. War die Rechnung gerade hoch, weil der Zahnriemen fällig war, hört der Kunde jedes Angebot als weitere Ausgabe. Reklamiert jemand, geht es um die Reklamation. Und stehen drei Leute hinter ihm, will er weg.
Wer es sagt
Der Chef hat elf Mitglieder gewonnen, weil er seine Kunden seit Jahren kennt. Die Annahme sieht dafür jeden, er nicht. Der Mechaniker, der das Auto vor die Tür stellt, kann einen halben Satz beitragen: „Die Wäsche wäre im Abo dabei, frag vorne.“
Dafür müssen alle dasselbe wissen: was das Abo kostet, was dabei ist und wo die Kärtchen liegen. Einen Text zum Auswendiglernen bekommt niemand. Jeder sagt den Satz in eigenen Worten, sonst klingt er wie vorgelesen, und Stammkunden hören das sofort. Es hilft, den eigenen Satz einmal aufzuschreiben und ihn einem Kollegen laut zu sagen. Was beim Sprechen holpert, wird gestrichen.
Sätze, die sie gestrichen hat
In den ersten Tagen hat sie einiges ausprobiert. Diese Sätze hat sie wieder aufgegeben:
- „Hast du schon von unserem Abo gehört?“ Der Kunde sagt Ja oder Nein, und nach beidem ist das Gespräch vorbei.
- „Das rechnet sich für jeden.“ Es stimmt nicht, und der Kunde weiß das.
- „Das Angebot gilt nur noch diese Woche.“ Druck passt nicht zu einem Betrieb, zu dem man seit zehn Jahren kommt.
- „Da sparst du im Jahr ordentlich.“ Ohne Zahl ist das eine Behauptung, mit einer geschätzten Zahl eine falsche.
- „Wir haben da jetzt ein neues System.“ Der Kunde will sein Auto zurück und sonst nichts Neues lernen.
Welcher Satz geblieben ist
Ende November stehen in der Kartei vierunddreißig Vermerke. Sieben Kunden haben abgeschlossen, die meisten davon am Abend zu Hause mit dem Kärtchen in der Hand. Am besten hat der Satz zur Wäsche funktioniert, am schlechtesten der zum Reifenwechsel, weil im Oktober niemand Zeit hat.
Sie ändert einen Satz und lässt die anderen, wie sie sind. Den Reifenwechsel spricht sie künftig erst beim Abholen an, wenn die Räder schon oben sind. Was auf dem Kärtchen und auf einem Schild an der Theke stehen soll, damit der Kunde den Weg auch ohne sie findet, beschreibt der Text Der Aufsteller an der Kassa.
So geht das mit Stammabo
Dein Werkstattprogramm macht Aufträge, Teile, Termine und die Rechnung dazu. Das bleibt, wo es ist. Stammabo führt das Vorteilsabo: die Anmeldeseite, die Abbuchung, die Rechnung über den Beitrag, die Mitgliedskarte und das Abhaken der Wäsche. Einen Kalender mit Uhrzeiten führt Stammabo nicht, den Termin vereinbarst du mit deinem Kunden.
0 € Einrichtung, keine Grundgebühr. 5 % + 20 % USt auf Beiträge, Aufnahmegebühren, einmalige Posten und Guthabenkäufe, höchstens 249 € + 20 % USt im Monat.
Häufige Fragen
Wie spreche ich Kunden im Geschäft auf ein Abo an?
Kunden sprichst du im Geschäft am besten mit einem Satz an, der an etwas hängt, das sie gerade getan oder gefragt haben. Nenne einen einzigen Vorteil und schließ mit einer kleinen Frage, etwa ob du ein Kärtchen mitgeben darfst.
Wann nenne ich den Preis?
Den Preis nennst du, sobald der Kunde danach fragt, als Monatsbetrag und ohne Abschwächung. Geht es im Satz selbst schon ums Geld, etwa beim Vergleich mit dem Einzelpreis, gehört der Betrag gleich hinein.
Was sage ich, wenn der Kunde es sich überlegen will?
Lass die Antwort stehen und gib ihm etwas mit, auf dem der Weg zur Anmeldung steht, etwa ein Kärtchen mit QR-Code. Beim nächsten Besuch fragst du einmal nach. Am selben Tag nachzuhaken würden wir bleiben lassen.
Soll ich jeden Kunden fragen?
Jeden Kunden zu fragen bringt wenig, weil ein Abo für Stammkunden gedacht ist. Frag die, die du mit Namen kennst, jeden einmal, und schreib die Antwort auf. Wem das Abo erkennbar nichts bringt, dem rätst du besser ab.
Die Sätze und Preise sind Beispiele aus einer Kfz-Werkstatt und keine Richtpreise. Der Text enthält keine Rechtsauskunft. Was du Kunden zu Laufzeit und Kündigung zusagen darfst, klärst du mit deiner Interessenvertretung.
Such dir für morgen einen Anlass aus und sag deinen Satz zwei Kunden.
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