Bar- und Überweisungszahler neben dem automatischen Abo führen
Ein Drittel zahlt weiter wie immer. Wie daraus keine zweite Liste wird, und was du bei diesen Mitgliedern selbst festhalten musst.
Kurz gesagt
Barzahler und Überweiser gehören in dieselbe Liste wie alle, die automatisch zahlen, mit demselben Tarif und denselben Rechten. Der Unterschied liegt nur beim Geld: Ob bezahlt ist, hältst du bei ihnen selbst fest, am Kontoauszug oder im Kassabuch. Vermerke bei jedem, ob er bar zahlt oder überweist, damit du weißt, wo du nachsiehst. Den Umstieg bietest du zu einem festen Anlass im Jahr an und drängst niemanden.
Zwei Listen für einen Verein
Ein Sportverein hat 136 Mitglieder, ein Vereinsheim mit Kantine und einen Kassier, der das Amt seit elf Jahren macht. Vor einem Jahr hat der Verein die automatische Zahlung eingeführt. 89 Mitglieder haben umgestellt, 47 zahlen weiter wie immer: 31 überweisen, wenn im Jänner die Vorschreibung kommt, und 16 drücken dem Kassier den Beitrag am Sportplatz in die Hand.
Für die 89 gibt es seither eine saubere Liste. Für die 47 gibt es eine Tabelle am Laptop des Kassiers, einen Ordner mit Kontoauszügen und eine Handkassa im Schrank hinter der Schank. Im März ging die Einladung zur Generalversammlung an alle in der Liste, also an 89. Beim ersten Heimspiel hatten die einen ihre Mitgliedskarte am Handy, und die anderen standen an der Kassa und wurden im Ausdruck gesucht.
Der Fehler lag in der Aufteilung. Die Barzahler waren nie das Problem, sie standen nur in einer eigenen Liste.
Warum steigen nicht alle um
Im Beispiel haben im ersten Jahr 89 von 136 umgestellt, also knapp zwei von drei. Wie viele es bei dir werden, lässt sich vorher nicht sagen. Der Rest hat Gründe, und die meisten davon sind gut.
Ein Teil der Älteren hat keine Karte, mit der sich im Internet zahlen lässt, oder will sie dafür nicht hernehmen. Ein Förderer, der seit dreißig Jahren seine 40 € im Jahr überweist, sieht nicht ein, was daran falsch sein soll. Die Firma, die als förderndes Mitglied dabei ist, zahlt nur nach Vorschreibung, weil ihre Buchhaltung es so verlangt. Und ein paar zahlen bar, weil sie den Kassier dabei gern sehen.
Zum Umstieg zwingen würden wir niemanden. Ein Mitglied, das seit Jahrzehnten pünktlich zahlt, hat mit seinem Zahlweg kein Problem verursacht, und wer sich gedrängt fühlt, zahlt beim nächsten Mal gar nicht mehr. Der Verein verliert dann einen Beitrag, um sich eine Zeile im Kassabuch zu sparen.
Was gehört in die gemeinsame Liste
Jedes Mitglied bekommt eine Zeile, gleich wie es zahlt. Was sich unterscheidet, ist überschaubar.
| Angabe | Bei automatischer Zahlung | Bei bar und Überweisung |
|---|---|---|
| Name, Adresse, Telefon | steht in der Liste | steht in der Liste |
| Tarif und Beitrag | steht in der Liste | steht in der Liste |
| Zahlweg | ergibt sich von selbst | bar oder Überweisung, eigens vermerkt |
| Ob bezahlt ist | kommt mit der Abbuchung | hältst du selbst fest |
| Beleg zum Beitrag | entsteht mit der Abbuchung | stellst du selbst aus, wenn einer nötig ist |
| Erinnerung bei offenem Beitrag | kann von selbst hinausgehen | machst du selbst |
Die oberen zwei Zeilen sind der Grund für die gemeinsame Liste. Wer Mitglied ist und in welchem Tarif, hat mit dem Zahlweg nichts zu tun. Alles, was an dieser Auskunft hängt, soll für alle 136 aus einer Quelle kommen: die Einladung, die Karte, die Zahl für den Verband.
Die unteren drei Zeilen sind Handarbeit, und die bleibt beim Kassier. Sie wird nur kleiner, weil sie jetzt 47 Leute betrifft und früher alle.
Warum unterscheidest du bar und Überweisung
Weil du an zwei verschiedenen Orten nachsiehst. Die Überweisung findest du am Kontoauszug, das Bargeld in der Handkassa und im Kassabuch. Steht in der Liste nur „zahlt selbst“, suchst du bei jedem offenen Namen an beiden Stellen.
Der Vermerk hilft auch beim Reden. Einem Überweiser schickst du im Jänner die Vorschreibung mit den Kontodaten. Einen Barzahler sprichst du am Sportplatz an oder legst ihm einen Zettel ins Fach. Der Kassier im Beispiel hat früher allen 47 dieselbe Vorschreibung geschickt, und die 16 Barzahler haben sie jedes Jahr ungelesen weggeworfen.
Ändern darf sich der Vermerk jederzeit. Wer heuer zum ersten Mal überweist, weil die Tochter das Online-Banking eingerichtet hat, wird umgeschrieben, und nächstes Jahr bekommt er die Vorschreibung.
Wo hältst du fest, wer bezahlt hat
Bei den automatischen Zahlern musst du nichts festhalten, das Ergebnis jeder Abbuchung steht von selbst da. Bei allen anderen weiß kein Abosystem, ob Geld geflossen ist. Es kennt das Mitglied und den Tarif, den Kontoauszug des Vereins kennt es nicht.
Für die 31 Überweiser ist der Kontoauszug die Quelle. Bei einem Jahresbeitrag heißt das: einmal im Februar hinsetzen, die Eingänge durchgehen und abhaken. Was Ende Februar fehlt, bekommt eine Erinnerung, die der Kassier selbst schreibt.
Für die 16 Barzahler ist es das Kassabuch. Jeder Beitrag wird am selben Tag eingetragen, mit Name und Datum, und das Mitglied bekommt eine Quittung vom Block. Der Kassier trägt nichts „später“ nach. Was am Samstag am Sportplatz kassiert und erst am Mittwoch eingetragen wird, ist die Stelle, an der bei der Rechnungsprüfung zwanzig Minuten lang gesucht wird.
Welche Aufzeichnungen und Belege dein Verein oder dein Betrieb führen muss, ist eine steuerliche Frage. Die beantwortet dir die Steuerberatung oder der Verband, und sie gilt unabhängig davon, in welcher Liste das Mitglied steht.
Bekommen Barzahler dasselbe wie alle anderen
Im Verein des Beispiels zahlen alle denselben Beitrag, und so würden wir es auch halten. Die drei Tarife gelten für jeden:
| Tarif | Beitrag im Jahr | Mitglieder im Beispiel |
|---|---|---|
| Fördernd | 40 € | 55 |
| Aktiv | 150 € | 62 |
| Familie mit Saisonkarte | 260 € | 19 |
Ein Aufschlag für Barzahler klingt gerecht, weil sie mehr Arbeit machen. In der Kantine wird er trotzdem als Strafe erzählt, und er trifft genau die Mitglieder, die am längsten dabei sind. Wer den Umstieg belohnen will, tut das besser mit etwas, das nichts kostet: Die automatischen Zahler müssen im Jänner an nichts denken.
Bei den Leistungen gibt es erst recht keinen Unterschied. Die Mitgliedskarte, mit der die Familie zum Heimspiel kommt, die Rundmail vor der Generalversammlung, der Platz im Training: Das alles hängt an der Mitgliedschaft. Genau das war im März schiefgegangen, als die Einladung nur an 89 ging.
Wie bietest du den Umstieg an, ohne zu drängen
Einmal im Jahr, zu einem Anlass, an dem ohnehin vom Beitrag die Rede ist. Im Verein sind das die Vorschreibung im Jänner und die Generalversammlung. Auf der Vorschreibung steht unter den Kontodaten ein Satz: Wer ab heuer automatisch zahlen möchte, sagt es dem Kassier. Bei der Generalversammlung sagt er es noch einmal und schreibt sich die Namen auf.
Jedes Mitglied, das sich meldet, bekommt seinen eigenen Link, über den es die Zahlungsdaten hinterlegt. Ein allgemeiner Code für alle taugt dafür nicht, weil er nicht weiß, wer schon wie lange bezahlt hat. Wer umsteigt, hat für das laufende Jahr meistens schon bezahlt. Halte deshalb beim Verschicken fest, bis wann der Beitrag beglichen ist, und schick den Link erst, wenn kein schon bezahlter Zeitraum mehr abgebucht würde. Ein Mitglied, das im Jänner überweist und im März für dasselbe Jahr abgebucht wird, zahlt im Jahr darauf wieder bar oder gar nicht mehr.
Bei Betrieben mit Monatsbeiträgen ist der Anlass ein anderer: der Tag, an dem jemand zum dritten Mal ohne Geld dasteht, oder der Moment, in dem der Preis sich ändert. Wie du das Gespräch führst, steht im Text Bestehende Kunden auf ein Abo umstellen.
Wird die Gruppe von selbst kleiner
Langsam, und nie ganz. Neue Mitglieder beginnen im Beispiel gleich mit der automatischen Zahlung, weil die Anmeldung so aufgebaut ist und niemand etwas anderes gewohnt war. Von den 47 stellen jedes Jahr ein paar um, meistens nach der Vorschreibung.
Ein Rest bleibt, und der Kassier rechnet damit. Zwanzig Zeilen, die er einmal im Jahr mit dem Kontoauszug und dem Kassabuch abgleicht, sind eine Stunde Arbeit. Solange diese zwanzig in derselben Liste stehen wie alle anderen, kostet ihn ihr Zahlweg nicht mehr als diese Stunde. Welche Wege es außer bar und Überweisung gibt, zeigt der Text Wiederkehrende Zahlungen: die Wege im Überblick.
So geht das mit Stammabo
Habt ihr noch keine Software, dann genügt Stammabo für die Beiträge vollständig: Mitgliederliste mit Kontaktdaten, Anmeldeseite, Einzug, Rechnungen, offene Posten, Rundmail und die Auswertung für die Rechnungsprüfer. Mehr braucht der Kassier nicht, und eine zweite Software müsst ihr dafür nicht anschaffen. Habt ihr dagegen schon eine Vereinsverwaltung, ersetzt Stammabo sie nicht: Die führt Gruppen und Abteilungen, Termine, Trainingspläne, Anwesenheiten und Dokumente, also den Alltag des Vereins. Stammabo macht den Geldweg und läuft daneben. Weil es keine Grundgebühr und keine Mindestlaufzeit gibt, kostet auch das nichts extra.
0 € Einrichtung, keine Grundgebühr. 5 % + 20 % USt auf Beiträge, Aufnahmegebühren, einmalige Posten und Guthabenkäufe, höchstens 249 € + 20 % USt im Monat.
Häufige Fragen
Können Barzahler in derselben Liste stehen wie Mitglieder mit automatischer Zahlung?
Mitglieder, die bar oder per Überweisung zahlen, legt der Betrieb von Hand an und wählt dabei, wie das Mitglied zahlt. Sie stehen in derselben Liste wie alle anderen, gekennzeichnet mit „Bar“ oder „Überweisung“, und bekommen ebenfalls die Mitgliedskarte am Handy. Ihre Zahlungen hält die Plattform nicht fest, und auf ihre Beiträge fällt kein Anteil an.
Wer hält fest, ob ein Barzahler bezahlt hat?
Ob ein Barzahler oder Überweiser bezahlt hat, hältst du selbst fest, bei Überweisungen am Kontoauszug und bei Bargeld im Kassabuch. Ein Abosystem kennt bei diesen Mitgliedern den Tarif und die Kontaktdaten, den Zahlungseingang kennt es nicht. Trag bare Beiträge am selben Tag ein und gib eine Quittung aus.
Wie stellt ein Barzahler später auf automatische Zahlung um?
Für den Umstieg bekommt das Mitglied vom Betrieb einen Link, über den es seine Zahlungsdaten hinterlegt. Der Betrieb kann dabei angeben, bis wann schon bar oder per Überweisung bezahlt ist, damit kein bezahlter Zeitraum noch einmal abgebucht wird.
Soll ich von Barzahlern einen höheren Beitrag verlangen?
Einen höheren Beitrag für Barzahler würden wir nicht verlangen, auch wenn sie mehr Arbeit machen. Der Aufschlag trifft meist die treuesten Mitglieder und wird als Strafe verstanden. Den Umstieg erreichst du eher, indem du ihn einmal im Jahr freundlich anbietest und zeigst, was dem Mitglied dadurch erspart bleibt.
Die Zahlen stammen aus dem Beispiel eines Vereins mit 136 Mitgliedern und sind keine Richtwerte. Der Text enthält keine Rechts- und keine Steuerauskunft. Welche Belege du für bar bezahlte Beiträge ausstellen musst und wie du sie aufzeichnest, klärst du mit deiner Steuerberatung oder deinem Verband.
Trag zuerst alle ein, auch die, die nie umsteigen werden.
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