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Grundlagen

Begrenzte Plätze und Warteliste im Abo: so funktioniert es

Ein Platz, den der Kunde bezahlt, ob er kommt oder nicht. Wie ein Nachhilfeinstitut Plätze zählt und eine Warteliste fair führt.

Stammabo RW GmbHGeprüft am 7 Minuten

Kurz gesagt

Ein begrenzter Platz im Abo ist ein Platz, den der Kunde bezahlt, ob er kommt oder nicht. Die Zahl der Plätze rechnest du aus deinen Terminen, nicht aus deinen Wünschen. Ist alles vergeben, sammelst du Interessenten auf einer Warteliste, in fester Reihenfolge und mit einer Frist für jedes Angebot. Eine Liste im Posteingang würden wir nicht führen.

Der Dienstag um 16 Uhr

Der Dienstag um 16 Uhr gehört bei einem kleinen Nachhilfeinstitut einem Schüler aus der dritten Klasse. Sagt seine Mutter am Montag ab, ist die Stunde weg und das Geld auch, und niemand kann etwas dafür. Zwei bis vier solcher Absagen kommen im Monat vor, jede kostet eine Einzelstunde zu 50 €. Ein Abo dreht das um: Der Platz ist bezahlt, ob der Schüler kommt oder nicht. Das ist der Grund, warum sich ein Abo bei Nachhilfe, Hundeschule oder Fußpflege anbietet. Verkauft wird der Platz und nicht die Anwesenheit.

Mit dem Platz entsteht eine Frage, die ohne Abo nie aufkam: Wer bekommt ihn, und was passiert, wenn alle vergeben sind?

Wie viele Plätze du wirklich hast

Die Zahl der Plätze ergibt sich aus deiner Woche und nicht aus deinem Wunsch. Zähl die Stunden, die du anbieten kannst, und teile sie durch die Einheiten, die ein Platz verbraucht. Das Institut im Beispiel hat drei Tarife: „Begleitung“ mit zwei Einheiten im Monat, „Wöchentlich“ mit vier und „Intensiv“ mit acht. 15 Schüler verteilen sich so, dass zusammen 64 Einheiten im Monat anfallen. Diese Zahl muss in den Kalender passen, und die Zahl der Schüler sagt darüber wenig. Schreib sie vor dem ersten Verkauf auf, getrennt nach Tarif, und häng sie an die Wand neben den Kalender. So siehst du bei jeder Anfrage in Sekunden, ob noch etwas frei ist, und musst nicht im Kopf nachzählen.

Hundert Prozent kommen dabei nicht in Frage. Wer jede Stunde belegt hat, kann keine Ausfälle auffangen, keinen Krankenstand und keinen Wunsch nach einem Zusatztermin. Eine Reserve von etwa einem Zehntel kostet etwas Umsatz und kauft dafür Verlässlichkeit. Und die Plätze werden nach Art gezählt: Ein Platz im Tarif „Intensiv“ braucht mehr Zeit als einer in „Begleitung“. Wer beide in einen Topf wirft, hat mehr Plätze auf dem Papier, als im Kalender stehen.

Plätze begrenzen lohnt sich erst, wenn die Zeit knapp ist, der Platz für den Kunden reserviert wird und mehr Interessenten da sind, als du aufnehmen kannst. Fehlt eines davon, entsteht durch eine künstliche Grenze nur Misstrauen.

Wer einen Platz belegt

Belegt ein Schüler einen Platz, der pausiert? Einer, der gekündigt hat und noch bis Monatsende bezahlt ist? Einer, der noch nicht bezahlt hat? Die Antworten sind Entscheidungen, die du vor dem ersten Platz triffst. Sinnvoll ist:

  • Wer pausiert, behält seinen Platz. Sonst ist die Pause eine Kündigung ohne Wiederkehr.
  • Wer gekündigt hat, gibt den Platz ab dem Tag der Kündigung frei, auch wenn der Beitrag noch bis zum Ende läuft. Sonst blockiert jemand einen Platz, den er nicht mehr nutzt, und der Nächste wartet unnötig.
  • Wer noch nicht bezahlt hat, belegt den Platz, bis du anders entscheidest. Sonst wäre jeder Zahlungsverzug eine Kündigung.
  • Wer eine Reservierung hat, belegt den Platz, bis sie abläuft.

Wichtiger als die Wahl selbst ist, dass sie überall gleich gilt: auf der Seite, auf der Warteliste und am Telefon.

Was auf dem Schild „Ausgebucht“ steht

Wenn alle Plätze vergeben sind, soll der Kunde das sehen, aber nicht als Sackgasse. Statt „Leider voll“ steht dort, was er tun kann: sich auf die Warteliste setzen.

Ob man dazu die freien Plätze zeigt, ist eine Abwägung. Wer sie immer zeigt, nimmt dem Interessenten die Frage ab, ob es sich lohnt, anzurufen, und niemand muss raten. Wer sie erst bei wenigen zeigt, erzeugt mit „noch 3“ eine Eile, die „noch 17“ nicht erzeugt. Bei Familien, die ohnehin nicht spontan entscheiden, spricht mehr für „immer“. Wichtig ist, dass die Zahl stimmt. Wer Knappheit behauptet, die nicht besteht, verliert das Vertrauen von Leuten, die ihm später glauben sollten.

Was eine Warteliste leisten muss

Wer sich einträgt, soll fair behandelt werden. Dafür muss eine Warteliste Folgendes können:

AnforderungWarum
Feste ReihenfolgeWer zuerst bestätigt hat, bekommt den Platz zuerst
Bestätigter EintragEine Adresse mit Tippfehler ist ein Platz, der verloren geht
Ein Angebot nach dem anderenZwei gleichzeitig verschenken den Platz zweimal
Eine Frist für die AntwortMeist reichen drei Tage, danach ist der Nächste dran
Leichter AusstiegWer nicht mehr will, trägt sich ohne Anruf aus

Die Frist fehlt am häufigsten. Ohne sie wartet ein Platz Wochen, weil jemand die Nachricht nicht gelesen hat, und der Kunde, der ihn wirklich will, merkt es nicht. Mit drei Tagen ist der Platz für den Ersten reserviert und danach für den Nächsten. In der Nachricht steht, bis wann der Platz gehalten wird und was danach geschieht.

Wer sich auf die Liste setzt, will einen Platz und keinen Newsletter. Ob du die Adresse für anderes verwenden darfst, klärst du vorher mit deiner Interessenvertretung.

Was du den Wartenden sagst

Jeder auf der Liste fragt, wie lange es dauert. Die ehrliche Antwort lautet meist: Das weiß niemand. Man kann aber schätzen. Schau, wie viele Plätze in den letzten zwölf Monaten frei wurden, und sag es so: „Im vergangenen Jahr sind vier Plätze frei geworden, meist um den Schulbeginn und nach Weihnachten.“ Das ist eine Tatsache, und der Interessent kann sich ausrechnen, wo er steht.

Ein „in zwei Wochen“, das sich auf zwei Monate dehnt, kostet mehr Vertrauen als ein ehrliches „kann dauern“. Schreib den Wartenden einmal im Quartal einen Satz: Sie sind noch auf der Liste, an ihrer Stelle hat sich nichts geändert. Das dauert eine Minute und verhindert, dass jemand glaubt, er sei vergessen worden.

Der Ablauf, wenn jemand kündigt

TagWas geschieht
0Ein Schüler kündigt, der Platz ist frei
0Die erste Person auf der Liste bekommt ein Angebot, drei Tage reserviert
1 bis 2Sie überlegt, fragt nach, schließt ab oder lehnt ab
3Hat sie nicht geantwortet, ist der Nächste dran

Bei jedem Schritt muss klar sein, wer gerade an der Reihe ist.

Eine Liste im Posteingang würden wir nicht führen.

Sie funktioniert, solange jemand Zeit hat. Kommt die Kündigung in der Ferienwoche, wartet der Platz zehn Tage, weil niemand die Liste öffnet. Kündigen zwei am selben Tag, bekommt einer das Angebot doppelt. Je weniger an einer einzelnen Person hängt, desto weniger Plätze bleiben leer.

Wenn zwei gleichzeitig zusagen

Der schwierigste Fall ist der, den man sich nicht vorstellt: Zwei Familien sehen auf der Seite, dass noch ein Platz frei ist, und schließen im selben Augenblick ab. Dann haben beide bezahlt und beide sind aufgenommen, und du hast einen Platz mehr vergeben, als du hast. Ganz verhindern lässt sich das nicht, weil eine Seite zehn Minuten offen bleiben kann.

Plane deshalb vorher, was du in diesem Fall tust: einen zweiten Termin in der Woche anbieten, eine Zusatzgruppe aufmachen oder die zweite Familie auf einen späteren Beginn vorbereiten. Dann ist der Fall eine Planungsaufgabe. Reservierungen zählen dabei als belegt, denn ein Platz, für den ein Angebot läuft, ist nicht mehr frei, auch wenn niemand bezahlt hat.

So geht das mit Stammabo

Stammabo führt keinen Stundenplan und schlägt keine Termine vor. Es macht den Geldweg: Beitrag einziehen, Freimenge zählen, Rechnung erstellen, offene Zahlungen melden. Deinen Kalender behältst du, egal welchen.

0 € Einrichtung, keine Grundgebühr. 5 % + 20 % USt auf Beiträge, Aufnahmegebühren, einmalige Posten und Guthabenkäufe, höchstens 249 € + 20 % USt im Monat.

Nachhilfe als Monatsabo abrechnen

Häufige Fragen

Was ist ein begrenzter Platz im Abo?

Ein begrenzter Platz im Abo ist ein Platz in einer Gruppe, bei einem Termin oder in einem Tarif, den nur eine bestimmte Zahl von Kunden belegen kann. Der Kunde bezahlt ihn, gleichgültig ob er ihn nutzt, und der Platz ist für ihn reserviert.

Wie viele Plätze soll ich anbieten?

Biete so viele Plätze an, wie in deinen Terminen Platz haben, abzüglich einer Reserve von etwa einem Zehntel für Ausfälle und Zusatzwünsche. Rechne nach Art der Plätze und nicht nach Köpfen, weil ein Tarif mit acht Einheiten viel mehr Zeit braucht als einer mit zwei.

Wie funktioniert eine faire Warteliste?

Eine faire Warteliste hat eine feste Reihenfolge, bestätigte Einträge, ein Angebot nach dem anderen und eine Frist für die Antwort, meist drei Tage. Sie lässt Interessenten leicht wieder aussteigen und verwendet die Adressen nur für diesen Zweck.

Belegt ein Kunde einen Platz, der noch nicht bezahlt hat?

Ein Kunde, der noch nicht bezahlt hat, belegt seinen Platz, bis du anders entscheidest. Sonst wäre jeder Zahlungsverzug eine Kündigung. Lege vorher fest, wie lange du wartest, und schreib die Frist in die Beschreibung des Tarifs.

Die Beispiele und Preise stammen aus einer kleinen Nachhilfe mit 15 Schülern und sind keine Richtpreise. Der Text enthält keine Rechts- und keine Steuerauskunft. Wie du mit Adressen aus einer Warteliste umgehst, klärst du mit deiner Interessenvertretung.

Zähl heute, wie viele Plätze du wirklich hast, und schreib die Zahl auf.

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Woher die Zahlen kommenBeispielbetrieb mit 15 Mitgliedern, dieselben Annahmen wie auf der Seite Nachhilfe als Monatsabo abrechnen.

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