Die zehn häufigsten Fehler beim ersten Abo
Von der Leistung ohne Grenze bis zum Preis aus dem Bauch. Zehn Fehler am Beispiel eines Cafés, jeder mit Verweis.
Kurz gesagt
Die meisten Fehler beim ersten Abo entstehen vor dem Start: eine Leistung ohne Grenze, ein Preis ohne Rechnung, zu viele Tarife auf einmal. Danach folgen die Fehler im Alltag, vom Personal, das nichts weiß, bis zum Abo, das nie nachgerechnet wird. Alle zehn lassen sich vermeiden, wenn du sie vorher kennst. Zu jedem gibt es einen Text, der ihn ausführt.
Ein Café und der Kaffee ohne Ende
Ein Café mit eigener Rösterei startet im Frühjahr sein Abo mit dem Satz „Kaffee, so oft du willst, für 8,90 € im Monat“. In der ersten Woche melden sich zehn Gäste, nach zwei Monaten vierzig, und einer trinkt sechs Kaffee am Tag, weil er im Homeoffice nebenan arbeitet. Das Abo ist ein Erfolg, bis jemand nachrechnet.
Dieser Fehler steht an erster Stelle, weil er am teuersten werden kann. Die übrigen neun sind weniger dramatisch, aber sie wiederholen sich, und zu den meisten gibt es einen eigenen Text, der sie ausführt. Hier steht jeder in wenigen Zeilen.
| Nr. | Fehler | Woran du ihn erkennst |
|---|---|---|
| 1 | Leistung ohne Grenze | Im Tarif steht keine Zahl |
| 2 | Nachlass statt Beitrag | Der Kunde zahlt weniger, als er sonst gezahlt hätte |
| 3 | Preis aus dem Bauch | Es gibt keine Rechnung dazu |
| 4 | Zu viele Tarife | Du brauchst eine Tabelle, um sie zu erklären |
| 5 | Personal nicht eingeweiht | An der Kassa weiß niemand, was zählt |
| 6 | Alle Kunden auf einmal | Du schreibst eine Rundmail an die Kartei |
| 7 | Gratismonat zum Start | Du schenkst Kunden, die dich kennen, einen Monat |
| 8 | Keine Regel für den Ausnahmefall | Die erste Absage kommt und niemand weiß, was gilt |
| 9 | Barzahler vergessen | Wer nicht automatisch zahlt, steht in keiner Liste |
| 10 | Nie nachrechnen | Du weißt nach einem Jahr nicht, ob es sich trägt |
1. Eine Leistung ohne Grenze
Der Satz vom Anfang macht aus einem Abo ein Verlustgeschäft, sobald ein Gast ihn ernst nimmt. Nach der Umstellung schreibt das Café „einen Freikaffee im Monat“ in den Tarif Stammgast und „acht“ in den Tarif Hausgast. Die Zahl darf klein sein, sie muss nur dastehen. Aktionen ohne Grenze bleiben außerdem: Wer zehn Gästen einmal ein Abo ohne Obergrenze versprochen hat, kann es nicht zurücknehmen, ohne etwas wegzunehmen. Wie du eine Menge findest, steht im Text Freimengen im Abo.
2. Ein Nachlass statt eines Beitrags
Ein Abo, bei dem der Gast weniger zahlt als vorher, ist ein Rabatt mit Verwaltung. Es trägt sich, wenn der Beitrag zur normalen Rechnung dazukommt oder wenn der Gast dadurch öfter kommt. Frag bei jedem Tarif: Hätte dieser Gast ohnehin dasselbe bei mir gekauft? Wenn ja, schenkst du ihm den Nachlass. Die vier Fragen dazu stehen im Text Welche Leistungen sich für ein Abo eignen, die Rechnung am Mittagsmenü im Text Stammkunden-Abo im Lokal.
3. Ein Preis aus dem Bauch
Der Preis ist die häufigste Quelle für Ärger, und der Ärger kommt spät. Ein Betrag, der gut klingt, geht sich im ersten Monat oft aus und im sechsten nicht mehr. Das Café hat vor dem Start nicht gerechnet. Die Rechnung, die es gebraucht hätte, zeigt, was ein Mitglied an Ware kostet, mit dem schlechtesten Fall:
| Beitrag im Monat | 24,90 € |
|---|---|
| Acht Freikaffee, Wareneinsatz je rund 0,40 € | − 3,20 € |
| Ein Stück Kuchen, Wareneinsatz rund 1,00 € | − 1,00 € |
| Tischvorrang und frühere Einladung | keine Ware |
| Bleibt dir, bevor unser Anteil abgeht | 20,70 € |
Die Zahlen sind ein Beispiel. Eine Rechnung dieser Form dauert zehn Minuten und erspart ein Jahr Rätselraten. Wer sie einmal gemacht hat, rechnet beim zweiten Tarif in fünf. Wie du sie auf deine Kundenzahl hochrechnest, zeigt der Text Mit wie vielen Stammkunden sich ein Abo rechnet.
4. Zu viele Tarife am ersten Tag
Drei Tarife sind verständlich, fünf sind es nicht, und einer genügt am Anfang. Jede Stufe braucht eine Antwort auf die Frage, wodurch sie sich von der nächsten unterscheidet, und der Gast braucht sie auch. Nach der Umstellung beginnt das Café mit „Stammgast“ und legt den zweiten Tarif erst an, als drei Gäste nach acht Freikaffee statt einem fragen. Wie der Anfang in einer Woche aussehen kann, steht im Text Das erste Abo in einer Woche aufsetzen.
5. Das Personal weiß von nichts
Ein Abo entscheidet sich an der Kassa und nicht im Büro. Wenn dort niemand weiß, was ein Mitglied bekommt, wie es eingetragen wird und was geschieht, wenn es mehr will, wird improvisiert, und jeder improvisiert anders. Fünf Minuten vor dem Start reichen: Woran erkenne ich ein Mitglied? Wie trage ich eine Leistung ein? Was sage ich, wenn jemand mehr will? Wer das nicht weiß, sagt im Zweifel Ja, und das ist die teuerste Antwort, weil sie sich wiederholt.
6. Alle Kunden auf einmal
Eine Rundmail an die ganze Kartei ist verlockend. Sie erreicht die, die das Café kaum kennen, genauso wie die Stammgäste, und löst Fragen aus, die noch niemand beantworten kann. Besser fragt die Wirtin zehn Stammgäste am Tresen und lernt aus den Gesprächen. Wie das aussieht, beschreibt der Text Bestehende Kunden auf ein Abo umstellen.
7. Ein Gratismonat zum Kennenlernen
Er sieht nach einer guten Idee aus, weil niemand etwas riskiert. Das Problem ist, wer ihn nimmt: Stammgäste, die das Café kennen und ihn nicht brauchen, und Neugierige, die ihn mitnehmen und gehen.
Einen Gratismonat würden wir bei Stammgästen nicht anbieten.
Wer es doch bei neuen Gästen versucht, legt vorher fest, wer ihn bekommt und was nach dem Monat geschieht.
8. Keine Regel für den Ausnahmefall
Die erste Absage, der erste Urlaub, die erste Krankheit kommen alle im ersten Quartal, und wenn niemand weiß, was gilt, entscheidet die Wirtin im Einzelfall, jedes Mal anders. Drei Sätze genügen, die erklären, was bei Absage, Pause und Urlaub gilt, ausgehändigt vor dem Abschluss. Das Café hat sie nachträglich auf einen Zettel geschrieben, nachdem im Sommer ein Stammgast vier Wochen verreist war und fragte, ob er die Kaffees nachholen kann. Die Wirtin hat damals Ja gesagt, und drei Tage später standen zwei weitere Gäste mit derselben Frage da. Seither steht es auf dem Zettel. Wie diese Regeln rechtlich aussehen dürfen, klärst du mit deiner Interessenvertretung. Wann du im Einzelfall großzügig sein darfst, steht im Text Was gehört in ein Abo hinein, und was kostet extra?.
9. Die Barzahler vergessen
Nicht jeder Gast will automatisch zahlen. Wer bar oder per Überweisung zahlt, gehört trotzdem in die Liste, sonst fehlt bei der Auswertung ein Teil der Gäste. Die Wirtin führt alle in einer Liste und lässt die, die nicht umsteigen wollen, bei ihrer Zahlung. Das gilt besonders dort, wo ein Teil der Kundschaft gern bar zahlt, etwa im Gasthaus am Eck oder im Verein. Wer sie zum Umstieg drängt, verliert sie. Wer sie mitführt, behält sie und sieht trotzdem, wie oft sie kommen.
10. Nie nachrechnen
Das Abo läuft, die Beiträge kommen, und niemand schaut mehr hin. Nach einem Jahr stellt sich heraus, dass die Menge zu großzügig war oder dass ein Tarif nie gewählt wird. Nach drei Monaten nimmt sich die Wirtin eine Stunde: Wie viele Mitglieder, wie viele Freikaffee wurden geholt, was hat es gekostet? Danach genügt eine kurze Kontrolle je Quartal, mit vier Zahlen: Mitglieder zu Beginn, Mitglieder jetzt, geholte Leistungen, offene Beträge.
Das Café hat im Juni umgestellt. Der Tarif „Stammgast“ enthält jetzt einen Freikaffee im Monat, der Hausgast acht, und beides steht auf dem Zettel an der Kassa. Der Gast aus dem Homeoffice ist im höheren Tarif gelandet, trinkt seine acht und bezahlt den Rest wie früher. Er sagt, das sei fairer so, und die Wirtin hat nachgerechnet, dass er sie jetzt im Monat deutlich weniger kostet als im März.
So geht das mit Stammabo
Die Kassa bucht, was heute über den Tisch geht. Sie weiß nichts davon, dass jemand jeden Monat einen Beitrag zahlt. Stammabo führt die Mitgliedschaft: wer dabei ist, was er zahlt, was ihm zusteht, und die Mitgliedskarte am Handy, die dein Personal am Tisch sieht. Die Kassa bleibt unverändert.
0 € Einrichtung, keine Grundgebühr. 5 % + 20 % USt auf Beiträge, Aufnahmegebühren, einmalige Posten und Guthabenkäufe, höchstens 249 € + 20 % USt im Monat.
Häufige Fragen
Welcher Fehler ist beim ersten Abo am teuersten?
Am teuersten ist meist eine Leistung ohne Obergrenze, etwa Kaffee ohne Mengenangabe. Sie wirkt großzügig, ist aber nicht kalkulierbar und wird erst zum Problem, wenn die ersten Kunden sie ausnutzen. Eine Zahl je Zeitraum verhindert das.
Wie viele Tarife soll ich am Anfang anbieten?
Am Anfang genügt ein einziger Tarif. Du siehst, welche Wünsche die Kunden äußern, und legst einen zweiten erst an, wenn es einen Grund dafür gibt. Mehr als drei Tarife erklären sich selten von selbst.
Wann sollte ich mein Abo zum ersten Mal überprüfen?
Prüfe dein Abo nach drei Monaten zum ersten Mal, mit Zahlen zu Mitgliedern, geholten Leistungen und deinen Kosten. Danach reicht eine kurze Kontrolle je Quartal. Wer nie nachrechnet, bemerkt Fehler erst, wenn sie teuer sind.
Brauche ich für den Start eine Regel für Absagen und Urlaub?
Eine kurze Regel für Absage, Pause und Urlaub solltest du vor dem ersten Abschluss aufgeschrieben haben, in wenigen Sätzen und mit Zahlen. Ohne sie entscheidest du jeden Fall neu, und die Kunden vergleichen untereinander. Was dabei rechtlich zulässig ist, klärst du mit deiner Interessenvertretung.
Die Fehler sind eine Zusammenstellung, hinter der keine Messung steht. Die Beispiele sind Beispiele. Der Text enthält keine Rechts- und keine Steuerauskunft.
Such dir den Fehler heraus, der bei dir am wahrscheinlichsten ist, und räum ihn vor dem Start aus.
Kostenlos startenWeiterlesen
Abo, Mitgliedschaft, Dauerkarte, Wartungsvertrag: wo liegt der Unterschied?
Vier Wörter für Beiträge, die regelmäßig kommen. Was sie unterscheidet, am Beispiel eines Tennisvereins.
Begrenzte Plätze und Warteliste im Abo: so funktioniert es
Ein Platz, den der Kunde bezahlt, ob er kommt oder nicht. Wie ein Nachhilfeinstitut Plätze zählt und eine Warteliste fair führt.
Bestehende Kunden auf ein Abo umstellen, ohne sie zu verlieren
Wen du zuerst fragst, wann und was du sagst. Ein Wartungsbetrieb mit 70 Anlagen stellt seine Kunden einzeln um.