Stammabo
Grundlagen

Freimengen im Abo: „vier Besuche im Monat inklusive“

Eine feste Zahl je Monat statt „jede fünfte gratis“. Wie du sie rechnest, am Beispiel einer Hundeschule.

Stammabo RW GmbHGeprüft am 7 Minuten

Kurz gesagt

Eine Freimenge ist eine feste Zahl an Besuchen, Stunden oder Behandlungen je Monat, die im Beitrag enthalten sind. Sie ist besser als ein Verhältnis wie „jede fünfte Stunde gratis“, weil du im Voraus weißt, was dich ein Mitglied im schlimmsten Fall kostet. Die Zahl rechnest du aus dem Beitrag und aus deinem Einzelpreis. Was darüber hinausgeht, verrechnest du einzeln.

Vier im Monat statt jede fünfte

Eine Hundeschule verkauft im Beispiel den Tarif „Gruppenstunde“ um 89 € im Monat. Darin stecken vier Gruppenstunden mit festem Wochentag. Das ist eine Freimenge: eine Zahl je Monat, die im Beitrag enthalten ist.

Die Trainerin hätte auch „jede fünfte Stunde gratis“ schreiben können. Das klingt freundlicher und wächst mit dem Verbrauch: Wer zwanzigmal kommt, bekommt vier geschenkt, wer vierzigmal kommt, acht. Bei „vier im Monat“ bleiben es vier, gleich wie oft jemand will. Bei „jede fünfte gratis“ weißt du erst am Monatsende, was dich ein Mitglied gekostet hat. Bei „vier im Monat“ weißt du es an dem Tag, an dem du den Tarif anlegst.

Wie du die Menge findest

Die Menge folgt aus dem Beitrag und aus dem Preis, den du für eine einzelne Einheit nimmst. Teile den Beitrag durch die Einheiten und vergleiche das Ergebnis mit deinem Einzelpreis. Liegt es darunter, gibst du einen Nachlass, und der muss durch das Abo gedeckt sein. Liegt es darüber, verlangt dein Abo mehr als die Einzelstunde, und der Kunde fragt, wofür.

Im Beispiel ist es ein Viertel des Beitrags je Stunde. Das ist die Zahl, die du mit deinem Einzelpreis vergleichst. Mit derselben Rechnung findest du heraus, ob drei, vier oder fünf Einheiten die richtige Menge sind.

Die Menge soll etwas sein, das ein Kunde tatsächlich nutzen kann. Vier Einheiten im Monat, wenn die Gruppe nur dreimal im Monat stattfindet, sind zugesagt und nicht einlösbar. Sie muss auch eine Menge sein, die du halten kannst, wenn alle sie ausnutzen, denn dafür steht sie da. Und sie darf rund sein. „Vier im Monat“ versteht jeder, „3,5 im Schnitt“ niemand. Wie sich die Freimenge in den ganzen Tarif einfügt, beschreibt der Text Wo die Grenze im Abo liegt.

Nach drei Monaten schaust du nach, wie viele der vier Stunden tatsächlich geholt wurden. Liegt der Schnitt bei drei, kannst du die Menge senken und den Beitrag halten oder die Stunden anders füllen. Liegt er bei vier, stimmt die Menge, und deine Gruppen sind voll genug. Die erste Zählung sagt mehr als jede Schätzung vorher. Notier dir dazu, wer die vier Stunden regelmäßig holt und wer nur zwei, denn die zweite Gruppe ist die, die irgendwann fragt, ob der Beitrag noch passt.

Passt die Menge in deine Woche?

Eine Freimenge ist auch eine Zusage an deinen Kalender. Im Beispiel sind 26 Mitglieder im Tarif „Gruppenstunde“. Die Mitglieder der zwei höheren Tarife haben die Gruppenstunden ebenfalls im Beitrag, denn jeder Tarif beginnt mit „Alles aus“ dem darunter. Zusammen sind das 49 Mitglieder mit je vier Stunden, im schlimmsten Fall also 196 Teilnahmen im Monat. Auf mehrere Gruppen verteilt, ist das machbar. Auf eine einzige nicht.

Rechne deshalb auch, wo die Menge Platz hat, und nicht allein, was sie dich im Geld kostet. Ein Abo mit sechs Einheiten im Monat bei einem Kurs, der viermal stattfindet, verspricht zwei Termine, die es nicht gibt. Der Kunde merkt es im zweiten Monat und fragt nach, was eigentlich gilt. Die Zahl im Tarif darf nie größer sein als das, was dein Betrieb hergibt. Darum hängt an der Menge oft ein fester Platz: Wer im Tarif einen Wochentag hat, belegt einen Platz in einer Gruppe. Wie man das mit einer begrenzten Zahl von Plätzen zusammenbringt, steht im Text Begrenzte Plätze und Warteliste im Abo.

Mehrere Tarife, mehrere Mengen

Wenn die Tarife aufeinander aufbauen, steigt die Menge mit dem Preis:

TarifBeitrag im MonatInklusive
Gruppenstunde89 €vier Gruppenstunden, fester Wochentag
Einzeltraining149 €wie Gruppenstunde, dazu zwei Einzelstunden
Training und Betreuung260 €wie Einzeltraining, dazu dreimal in der Woche eine Stunde Gassi

Die Menge steigt in neuen Arten: erst Gruppe, dann Einzelstunde, dann Betreuung. Und jede Stufe enthält die untere, damit der Kunde sieht, was er für den Mehrpreis bekommt. Wer drei Zahlen nebeneinander sieht, ohne dass klar ist, was dazwischen liegt, nimmt die kleinste.

Was über der Menge passiert

Irgendwann will ein Mitglied mehr, als im Tarif steht. Schreib vor dem ersten Mal auf, was dann gilt. Naheliegend ist, die zusätzliche Einheit zum normalen Preis auf der nächsten Rechnung zu verrechnen. Dieser Weg macht am wenigsten Streit, weil beide Seiten vorher wissen, woran sie sind.

Sperren, also „mehr als vier gibt es nicht“, würden wir nur bei knappen Plätzen. Sonst verärgert es genau die Mitglieder, die am meisten wollen. Stillschweigend durchgehen lassen taugt als Ausnahme und sollte nie zur Regel werden, weil aus der Ausnahme sonst eine Gewohnheit wird. Wer eine Menge nennt, sollte sie auch zählen. Eine Freimenge, die niemand mitschreibt, ist keine, und nach der Stunde muss in Sekunden zu sehen sein, dass ein Mitglied bei drei von vier steht.

Was mit nicht genutzten Einheiten geschieht

Das Mitglied war krank, das Wetter schlecht, der Hund lahm. Es bleiben Einheiten übrig, und jemand fragt, ob sie wandern. Die saubere Antwort ist, dass sie mit dem Monat verfallen, für den sie gelten. Sinnvoll ist außerdem, dass eine Einheit erhalten bleibt, wenn das Mitglied rechtzeitig absagt, zum Beispiel bis 24 Stunden vorher, und verfällt, wenn nicht. Das schützt deine Planung und gibt dem Mitglied eine Möglichkeit.

Wie weit du bei Krankheit oder Urlaub entgegenkommst, entscheidest du vorher und hältst es auf einem Blatt fest. Rechtlich zulässige Formulierungen klärst du mit deiner Interessenvertretung.

Getrennt zählen, was getrennt gehört

Gruppenstunde und Einzeltraining haben zwei Preise und zwei Mengen. Wer beides in einen Topf wirft, hat nach drei Monaten Mitglieder, die nur noch Einzelstunden nehmen, weil sie die Gruppe vergessen haben, und eine Abrechnung, die nicht mehr stimmt. Jede Art wird für sich gezählt, und das Eintragen nach der Stunde dauert dann je Art ein Antippen, also zehn Sekunden. Das gilt im Lokal, wo Kaffee und Kuchen getrennt laufen, genauso wie in der Fußpflege, wo Fußpflege und Gesichtsbehandlung nicht dieselbe Einheit sind.

Welche Leistungen gezählt werden und welche nicht

Eine Freimenge, die mitgezählt wird, gibt es je Monat. Ein Monat ist kurz genug, dass das Mitglied seine Menge überblickt, und lang genug, dass ein krankes Wochenende nicht alles zunichtemacht. Eine Menge, die sich über zwölf Monate ansparen ließe, würde im Dezember in drei Wochen aufgebraucht und ließe dich im Sommer mit Leerlauf zurück.

Eine Leistung, die nur einmal im Jahr kommt, etwa ein Check oder eine Jahreswartung, kann trotzdem im Tarif stehen. Gezählt wird sie dort nicht, sie steht als Leistung da und wird erbracht, wenn sie fällig ist. Die Tabelle zeigt beides:

BetriebWas im Tarif stehtGezählt
Caféacht Freikaffee, ein Stück Kuchenje Monat
Werkstatteine Wäscheje Monat
Hundeschulevier Gruppenstundenje Monat
Fußpflegeeine Behandlung etwa alle sechs Wochenals Leistung im Tarif, nicht gezählt
Wartungsbetriebeine Wartung mit Messprotokoll im Jahrals Leistung im Tarif, nicht gezählt

So geht das mit Stammabo

Stammabo plant keine Kurse und teilt keine Gruppen ein. Es führt die Kundenliste, zieht den Beitrag ein, zählt die Einheiten und meldet offene Zahlungen. Wie du deine Gruppen einteilst, bleibt bei dir.

0 € Einrichtung, keine Grundgebühr. 5 % + 20 % USt auf Beiträge, Aufnahmegebühren, einmalige Posten und Guthabenkäufe, höchstens 249 € + 20 % USt im Monat.

Hundeschule und Tierbetreuung abrechnenBesuche erfassen

Häufige Fragen

Wie viele Besuche soll ein Abo enthalten?

Ein Abo soll so viele Besuche enthalten, wie ein Kunde regelmäßig nutzen kann und wie du auch dann halten kannst, wenn alle sie ausnutzen. Rechne den Beitrag durch die Einheiten und vergleiche mit deinem Einzelpreis, dann siehst du, ob der Nachlass trägt.

Was passiert, wenn ein Kunde mehr Besuche nimmt?

Nimmt ein Kunde mehr Besuche als inbegriffen, verrechnest du jeden zusätzlichen einzeln zum normalen Preis oder nach einer Regel, die vorher feststeht. Wichtig ist, dass du es nicht stillschweigend duldest, weil aus der Ausnahme sonst eine Erwartung wird.

Verfallen nicht genutzte Besuche?

Nicht genutzte Besuche verfallen am besten mit dem Ende des Monats, für den sie gelten. Wenn du ein Nachholen erlaubst, lege eine Frist fest und schreib sie in die Beschreibung des Tarifs, bevor der erste Kunde fragt. Wie eine solche Regel formuliert sein darf, klärst du mit deiner Interessenvertretung.

Kann ich eine Leistung je Jahr in den Tarif schreiben?

Eine Leistung, die nur einmal im Jahr kommt, kann im Tarif stehen, etwa ein Check oder eine Wartung. Gezählt wird sie dort nicht. Eine Freimenge, die mitgezählt wird, gibt es je Monat, damit der Kunde sie überblickt und sich nichts auf den Dezember schiebt.

Die Tarife und Beträge sind Beispiele für eine Hundeschule und keine Richtpreise. Der Text enthält keine Rechts- und keine Steuerauskunft. Regeln zu Absage und Verfall klärst du mit deiner Interessenvertretung.

Zähl nach drei Monaten, wie viele Einheiten wirklich geholt wurden, und passe die Menge an.

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Woher die Zahlen kommenBeispielbetrieb mit 49 Mitgliedern, dieselben Annahmen wie auf der Seite Hundeschule und Tierbetreuung abrechnen.

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