Stammabo
Grundlagen

Was gehört in ein Abo hinein, und was kostet extra?

Ganz drin, bis zur Grenze drin oder extra. Wo jede Leistung hingehört, am Beispiel eines Elektrobetriebs.

Stammabo RW GmbHGeprüft am 7 Minuten

Kurz gesagt

Ein Abo braucht für jede Leistung eine von drei Antworten: ganz enthalten, bis zu einer Grenze enthalten oder extra. Ganz hinein gehört, was dich fast nur Zeit kostet, etwa ein Check oder ein Terminvorrang. Bis zur Grenze darf, was Aufwand kostet, etwa ein Kleinauftrag bis 30 Minuten. Extra bleibt alles, was du nicht kalkulieren kannst, vor allem Material, Ersatzteile und Störungen.

Der Anruf im dritten Monat

Im dritten Monat ruft eine Kundin im Elektrobetrieb an. Der Fehlerstromschalter im Keller fliegt jedes Mal hinaus, wenn sie die Waschmaschine startet, sie hat ein Abo, und sie fragt: „Das ist doch inklusive?“ Wie der Betrieb jetzt antwortet, hängt davon ab, was auf dem Zettel steht. Steht dort „Sicherheitscheck der Anlage“, ist es kein Sicherheitscheck, also nicht inklusive. Steht dort „Service inklusive“, hat der Betrieb ein Problem, weil Service alles sein kann.

Dieser Anruf kommt in jedem Abo. Er ist der eigentliche Test für den Tarif, und er lässt sich vorher beantworten, wenn jede Leistung einen Platz hat.

Wo etwas hingehört

ZoneWas dazugehörtDie Regel
Ganz enthaltenLeistungen, die fast nur Zeit kosten und sich zählen lasseneine Zahl je Zeitraum, nichts darüber
Bis zur Grenze enthaltenLeistungen mit Aufwand oder Material, bei denen die Obergrenze im Tarif stehtbis zur Grenze, danach wird verrechnet
ExtraLeistungen, die du nicht kalkulieren kannstwie bisher nach Preisliste, auf deiner Rechnung

Der Gedanke dahinter: Ein Abo ist ein Paket aus Dingen, bei denen du dir sicher bist, was sie kosten. Alles, bei dem du es nicht bist, bleibt draußen oder bekommt eine Grenze. Je kleiner das Paket, desto leichter bleibt es zu halten.

Was ganz hineingehört

Am sichersten sind Leistungen, die dich Zeit und fast kein Material kosten. Beim Elektrobetrieb im Beispiel sind das der Terminvorrang, der jährliche Sicherheitscheck der Anlage, die Erinnerung vor der fälligen Prüfung und der Entfall der Anfahrtspauschale im näheren Umkreis. Das sind keine Geschenke, es sind Zusagen, die der Betrieb ohnehin erfüllt. Den Vorrang bekommen Stammkunden meist schon heute. Der Check kostet eine Stunde und bringt oft einen Folgeauftrag. Die Erinnerung ist Verwaltung.

Der Tarif „Basis“ kostet im Beispiel 19 € im Monat und besteht fast nur aus solchen Dingen. Bei ihm muss der Betrieb am wenigsten ausrechnen.

Was nur bis zu einer Grenze hineinpasst

Anders ist es, sobald Material oder echter Aufwand mitspielt. Hier trägt ein Abo nur, wenn die Grenze im Tarif steht. Der mittlere Tarif „Komfort“ kostet 34 € im Monat und enthält einen Kleinauftrag bis 30 Minuten im Jahr und den Notdienst ohne Wochenend- und Feiertagszuschlag. Bei den 30 Minuten rechnet der Betrieb eine halbe Stunde Arbeit je Kunde und Jahr, beim Notdienst die Fälle, in denen die Kundin tatsächlich anruft. Der Zuschlag entfällt, die Einsatzzeit selbst wird verrechnet. Auch Kleinteile bis 30 € im Wartungspreis, wie sie manche Betriebe zusagen, haben eine Grenze: Sie legt fest, was der Posten höchstens kostet.

Prozente brauchen mehr Vorsicht. Ein Prozentsatz wächst mit dem, worauf er gilt, und begrenzt deshalb nichts. Im Komfort-Tarif steht der halbe Preis auf das Leihgerät, solange die Reparatur läuft. Das geht, weil die Leistung selbst endet. Der Shop-Rabatt im Gewerbe-Tarif ist anders gelagert als ein Prozentsatz auf Arbeitszeit: Er trifft Ware mit Marge, die der Kunde freiwillig kauft, und der Aufwand des Betriebs wächst dabei nicht mit. Beim Prozentsatz auf Arbeitszeit wächst er mit jeder Stunde, die der Kunde bestellt.

Was extra bleibt

Ersatzteile, Störungseinsätze und alles, was nicht jedes Jahr gleich viel kostet, verrechnet der Betrieb wie bisher auf seiner eigenen Rechnung. Die Begründung steht im Text Wartungsvertrag anbieten: Inhalt, Preis, Abrechnung: Ein Beitrag, der im ersten Jahr stimmt, deckt im fünften nichts mehr.

Einen Prozentsatz auf Arbeitszeit oder Material würden wir im Abo nicht zusagen.

Er klingt großzügig, solange wenige Kunden ihn nutzen, und frisst die Marge, sobald es mehr werden, und zwar bei den Kunden, die am meisten kaufen.

Die Aufnahmegebühr

Neben dem Beitrag verlangen manche Betriebe einmal etwas beim Einstieg. Im Beispiel sind es 49 € für die Erstaufnahme der Anlage und das Anlegen der Kundenakte. Das ist sinnvoll, wenn am Anfang wirklich Arbeit steckt, die später nicht mehr anfällt. Entfallen kann sie bei Kunden, die schon seit Jahren da sind, oder wenn sich im Gespräch zeigt, dass sie die Entscheidung bremst. Viele Betriebe lassen sie weg, weil ein Abo davon lebt, dass der Einstieg leicht ist.

Wie die Grenze auf den Zettel kommt

Eine Grenze, die nirgends steht, gibt es nicht. So sieht der Unterschied in der Beschreibung eines Tarifs aus:

StattBesser
Kleinarbeiten inklusiveEin Kleinauftrag bis 30 Minuten im Jahr
Notdienst günstigerNotdienst ohne Wochenend- und Feiertagszuschlag
Service inklusiveEin Check im Jahr, Termin binnen drei Tagen
Rabatt auf ErsatzteileZehn Prozent im Onlineshop auf Filter, Zubehör und Ersatzteile

Die linke Spalte ist ein Gefühl, die rechte lässt sich nachprüfen. Wer sie schreibt, hat beim Anruf im dritten Monat eine Antwort, die nicht nach Ausrede klingt, und eine Kundin, die vorher wusste, worauf sie sich einlässt. Ob eine Formulierung rechtlich so zu verwenden ist, klärst du mit deiner Interessenvertretung.

Was mit dem passiert, das niemand abholt

Eine Kundin hat im Tarif einen Kleinauftrag im Jahr, braucht ihn nicht und steht im Dezember da: Verfällt er, oder wandert er ins nächste Jahr? Beides lässt sich rechnen, aber es muss feststehen, bevor jemand fragt. Wer es offen lässt, bekommt im Jänner Anrufe von Kundinnen, die sich drei Kleinaufträge aufgespart haben. Kalkulierbar ist: Was in einem Zeitraum nicht genutzt wird, verfällt mit dem Zeitraum, und der Satz dazu steht vor dem Abschluss auf dem Zettel. Wer anders entscheidet, muss die angesparten Leistungen in seine Kosten einrechnen.

Der Kundin hilft ein Zeichen vor dem Ende, etwa die Erinnerung im November, dass der Kleinauftrag noch offen ist. So verfällt wenig, und es fühlt sich nicht nach Verlust an. Ob die Regel zum Verfall bei deinen Kunden so gelten darf, klärst du mit deiner Interessenvertretung.

Was der Betrieb der Kundin am Telefon sagt

Die Kundin mit dem fliegenden Schalter hat den Tarif „Basis“. Der Betrieb sagt ihr, was auf dem Zettel steht: Der Sicherheitscheck im Frühjahr ist inklusive, der Einsatz heute nicht, er wird nach der Preisliste verrechnet. Er sagt auch, dass sie vor allen anderen drankommt, denn der Vorrang gehört zum Tarif. Sie bekommt noch am selben Nachmittag einen Termin. Ob sie danach auf „Komfort“ umsteigt, weil dort der Notdienst ohne Zuschlag dabei ist, entscheidet sie selbst, und der Betrieb legt ihr die Seite mit den Stufen auf den Tisch, statt sie zu überreden.

Das Gespräch dauert zwei Minuten und hat keinen Streit gekostet. Das macht der Zettel.

Die drei Stufen im Überblick

LeistungBasisKomfortGewerbe
Vorrang bei Terminenganzganzganz
Jährlicher Checkganzganzganz, zweimal
Notdienst ohne Zuschlagextrabis zur Grenzebis zur Grenze
Kleinauftrag im Jahrextrabis zur Grenzebis zur Grenze
Rabatt im Onlineshopextraextrazehn Prozent auf Ware

Beiträge im Monat: Basis 19 €, Komfort 34 €, Gewerbe 89 €. Mit der Stufe rutscht mehr von „extra“ nach „bis zur Grenze“, und nichts rutscht von „bis zur Grenze“ nach „ganz“. Nach diesem Muster lassen sich die Beiträge aufbauen.

So geht das mit Stammabo

Ein Handwerkerprogramm macht Angebote, Aufträge, Zeiterfassung, Material und die Rechnung dazu. Das bleibt, wo es ist. Stammabo kümmert sich nur um den wiederkehrenden Beitrag: die Anmeldeseite, den Einzug, die monatliche Rechnung und die Erinnerung vor dem Termin. Beides nebeneinander zu betreiben kostet nichts extra, weil es keine Grundgebühr gibt.

0 € Einrichtung, keine Grundgebühr. 5 % + 20 % USt auf Beiträge, Aufnahmegebühren, einmalige Posten und Guthabenkäufe, höchstens 249 € + 20 % USt im Monat.

Serviceabo für Handwerk: laufende EinnahmenShop-Rabatt

Häufige Fragen

Wo hört ein Abo auf, und wo beginnt die Preisliste?

Ein Abo hört dort auf, wo eine Leistung nicht mehr kalkulierbar ist. Alles bis zur Grenze im Tarif ist enthalten, alles darüber verrechnest du nach deiner Preisliste auf deiner eigenen Rechnung. Wichtig ist, dass die Grenze vor dem Abschluss feststeht und mit einer Zahl dasteht.

Soll die Aufnahmegebühr ins Abo?

Eine Aufnahmegebühr lohnt sich, wenn am Anfang echte Arbeit steckt, etwa das Erfassen einer Anlage. Wer bestehende Kunden zum Abo bewegen will, verzichtet besser darauf, weil sie den Umstieg verzögert.

Wie schreibe ich eine Grenze, die ein Kunde versteht?

Eine verständliche Grenze besteht aus einer Zahl und einem Zeitraum, zum Beispiel einem Kleinauftrag bis 30 Minuten im Jahr. Wörter wie inklusive oder Service ohne Zahl legt jeder anders aus. Schreib den Satz so, wie du ihn dem Kunden mündlich sagen würdest.

Darf ich im Einzelfall mehr geben, als im Tarif steht?

Im Einzelfall mehr zu geben ist deine Entscheidung und oft ein gutes Zeichen an den Kunden. Sag dabei ausdrücklich, dass es Kulanz ist, damit daraus keine Erwartung wird, die der Tarif nicht deckt. Wer es still tut, hat nach zwei Jahren einen Tarif, der mehr verspricht, als er aufschreibt.

Die Tarife und Beträge sind Beispiele für einen Handwerksbetrieb und keine Richtpreise. Der Text enthält keine Rechts- und keine Steuerauskunft. Was in deinen Bedingungen stehen darf, klärst du mit deiner Interessenvertretung.

Schreib zu jeder Leistung in deinem Tarif dazu, wo sie aufhört.

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Woher die Zahlen kommenBeispielbetrieb mit 68 Mitgliedern, dieselben Annahmen wie auf der Seite Serviceabo für Handwerk: laufende Einnahmen.

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