Welche Leistungen eignen sich für ein Abo, und welche nicht?
Vier Fragen, die jede Leistung bestehen muss. Am Beispiel eines Kosmetikstudios und seiner sechs Ideen.
Kurz gesagt
Eine Leistung eignet sich für ein Abo, wenn sie dich wenig Zeit und Material kostet, sich begrenzen lässt, regelmäßig wiederkommt und dich keinen Umsatz kostet, den du ohnehin gehabt hättest. Fällt sie bei einer dieser vier Fragen durch, gehört sie nicht hinein oder nur mit Grenze. Eine Gesichtsbehandlung im Monat besteht die Prüfung, ein Prozentsatz auf alle Behandlungen nicht.
Sechs Einfälle auf einem Blatt vom Block
Die Inhaberin eines Kosmetikstudios hat an einem Mittwoch keine Kundin bis halb drei. Sie setzt sich an die Rezeption, reißt ein Blatt vom Block ab und schreibt auf, was ein Abo für ihre Stammkundinnen enthalten könnte. Es werden sechs Zeilen: eine Gesichtsbehandlung jeden Monat. Terminvorrang vor Feiertagen. Eine Zusatzbehandlung zum Geburtstag. Zehn Prozent auf Pflegeprodukte. Zehn Prozent auf alle Behandlungen. Und Behandlungen, so viele eine Kundin will.
Welche dieser Zeilen im Abo stehen darf, entscheiden vier Fragen. Sie gelten für jeden Betrieb und sind unbequem, weil die Antworten bei lieb gewonnenen Ideen oft anders ausfallen, als man hofft.
- Kostet die Leistung wenig, an Zeit und an Material?
- Lässt sich die Menge begrenzen?
- Kommt die Kundin regelmäßig wieder, um sie zu holen?
- Verschenkst du damit Umsatz, den du ohnehin gehabt hättest?
Bei Ja, Ja, Ja und Nein kommt die Leistung ins Abo. Alles andere braucht eine Grenze oder gehört auf die Preisliste.
Was die Behandlung kostet
Der Preis, den das Studio für eine Behandlung nimmt, sagt wenig darüber, was sie kostet. Wichtiger sind eine Stunde Arbeit, ein Raum, der in dieser Stunde belegt ist, und das Material auf dem Tablett. Die Inhaberin kennt die Zahl ungefähr, aber nie genau, und hier lohnt sich Genauigkeit. Sie legt zehn Behandlungen der letzten Wochen nebeneinander und nimmt den Durchschnitt. Er ist höher als gedacht, weil jede zweite Kundin länger bleibt. Dazu kommt, was man bei der Rechnung gern vergisst: das Herrichten des Raums, die Wäsche, das Telefonat für den nächsten Termin. Das sind pro Behandlung zehn Minuten, die niemand bezahlt, und im Abo summieren sie sich bei vierzig Kundinnen auf gut sechseinhalb Stunden im Monat, wenn jede ihre Behandlung nimmt.
Der Tarif „Im Turnus“ kostet im Beispiel 35 € im Monat und gilt für eine Behandlung etwa alle sechs Wochen, also acht im Jahr. Erst mit dieser Zahl lässt sich beurteilen, ob der Beitrag stimmt. Stimmt die Rechnung nur bei acht Behandlungen im Jahr, gehört die Zahl in den Tarif.
Lässt sich die Menge begrenzen?
Eine Leistung, die du nicht begrenzen kannst, kannst du nicht kalkulieren. „Eine Behandlung im Monat“ hat eine Grenze, „Behandlungen, so viele die Kundin will“ hat keine. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn eine Kundin den zweiten Satz ernst nimmt: Statt acht Behandlungen im Jahr bucht sie dreizehn, alle vier Wochen. Das Studio hat dann fünf Stunden mehr geleistet, für denselben Beitrag.
Eine brauchbare Grenze ist eine Zahl, sie gilt je Zeitraum, damit sie sich erneuert, und sie ist so geschrieben, dass die Kundin sie ohne Rückfrage versteht. Wie man sie im laufenden Betrieb zählt, beschreibt der Text Freimengen im Abo.
Kommt die Kundin regelmäßig wieder?
Eine Leistung muss zum Takt des Abos passen. Die Gesichtsbehandlung im Monat tut das, die Zusatzbehandlung zum Geburtstag nicht: Sie kommt einmal im Jahr und steht deshalb als kleine Beigabe in einem Tarif, ohne ihn zu tragen. Ein Jahresereignis in zwölf Monatsbeiträge zu zerlegen, funktioniert nur, wenn zwischen den Terminen etwas geschieht, etwa eine Erinnerung, ein Vorrang oder Bereitschaft. Warum das so ist, steht im Text Was ist ein Kundenabo.
Beim Studio sind es der feste Wochentag mit fester Uhrzeit und der Vorrang vor Feiertagen und in der Vorweihnachtszeit. Die Kundin sieht sie jedes Mal, wenn sie einen Termin braucht.
Verschenkst du Umsatz?
Die Frage wird am häufigsten übergangen. Zehn Prozent auf alle Behandlungen für Stammkundinnen klingen großzügig und kosten das Studio Monat für Monat Umsatz: Die Kundin wäre ohnehin gekommen und zahlt jetzt weniger. Das Studio gibt Umsatz her, der schon feststand, und bekommt dafür einen Beitrag, der zur Behandlung nicht einmal dazukommt.
Zehn Prozent auf Pflegeprodukte sind etwas anderes. Die Kundin kauft sie freiwillig, die Marge ist da, und der Nachlass lockt Käufe, die sonst nicht stattgefunden hätten. Im Lokal zeigt sich dieselbe Falle an zehn Mittagessen im Voraus. Der Text Stammkunden-Abo im Lokal rechnet sie durch.
Die sechs Einfälle im Test
| Leistung | Kosten für dich | Begrenzbar? | Kommt wieder? | Verschenkt Umsatz? | Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Eine Gesichtsbehandlung im Monat | Zeit, kalkulierbar | ja | ja | nein | passt |
| Terminvorrang vor Feiertagen | fast keine | ja | ja | nein | passt |
| Zusatzbehandlung zum Geburtstag | eine Stunde im Jahr | ja | einmal im Jahr | nein | passt als Beigabe |
| Zehn Prozent auf Pflegeprodukte | Marge | nur über die Auswahl der Produkte | ja | teilweise | passt mit Vorsicht |
| Zehn Prozent auf alle Behandlungen | wächst mit dem Umsatz | nein | ja | ja | passt nicht |
| Behandlungen ohne Obergrenze | nicht kalkulierbar | nein | ja | ja, wenn die Kundin mehr bucht | passt nicht |
Die Leistungen, die durchkommen, sind klein, zählbar und verbrauchen Zeit statt Ware. Die zwei, die durchfallen, wachsen mit dem Verbrauch der Kundin, und gerade ihre besten Kundinnen kosten das Studio am meisten.
Die Idee, die durchfällt, und was man mit ihr macht
Die Inhaberin hängt an der letzten Zeile. Behandlungen ohne Obergrenze verkaufen sich gut, das hat sie bei einer Freundin gesehen, die ein Studio in der Nachbarstadt führt. Sie rechnet mit der Kundin, die bisher alle sechs Wochen kommt und mit dem Abo plötzlich alle drei: Aus acht Behandlungen im Jahr werden siebzehn, und jede davon braucht eine Stunde und einen Raum. Das Studio hat nur zwei Räume, und an manchen Nachmittagen fehlt dann der Platz für Neukundinnen.
Bevor sie die Zeile streicht, probiert sie, sie zu retten. Sie könnte eine Menge festlegen, etwa eine Behandlung im Monat, und alles darüber einzeln verrechnen. Sie könnte die Zeile in den teuersten Tarif schieben, wo der Beitrag mehr als eine Behandlung im Monat trägt. Oder sie könnte sie ganz weglassen und stattdessen den Terminvorrang betonen. Sie nimmt die erste Möglichkeit für den mittleren Tarif und die zweite für den obersten, und die Zeile ohne Grenze fliegt aus der Liste. Auch die Zeile mit den zehn Prozent auf alle Behandlungen fliegt hinaus, nachdem sie nachgerechnet hat, wie viel Umsatz das bei den Stammkundinnen im Monat wäre.
Wie viele Zeilen ein Tarif verträgt
Zurück auf dem Block stehen jetzt vier Zeilen statt sechs. Ein Tarif mit vier gut gewählten Zeilen lässt sich in einem Satz erzählen, und die Kundin merkt sich, was sie bekommt. Ein Tarif mit zehn Zeilen verwirrt, weil sich die Kundin die Hälfte nicht merken kann und die andere Hälfte vergisst, einzufordern. Je weniger Zeilen, desto öfter wird jede genutzt, und desto eher fühlt sich der Beitrag richtig an. So sehen die drei Tarife des Studios danach aus:
| Tarif | Beitrag im Monat | Enthalten |
|---|---|---|
| Im Turnus | 35 € | eine Behandlung etwa alle sechs Wochen |
| Monatlich | 45 € | eine Behandlung im Monat, fester Wochentag, Vorrang vor Feiertagen, zehn Prozent auf Pflegeprodukte |
| Rundum | 89 € | zwei Behandlungen im Monat, frei kombinierbar |
Warum Zeit ein besserer Inhalt ist als Material
Aus den Tarifen der Fußpflege und der Kosmetik lässt sich eine Beobachtung ziehen: Was dich Zeit kostet, trägt ein Abo besser als das, was dich Material kostet. Zeit ist da, ob die Kundin kommt oder nicht. Material wird verbraucht und seine Preise ändern sich. Behandlung, Beratung und Vorrang sind deshalb gute Abo-Inhalte, Ware ist es nur mit Deckel.
Einen Prozentsatz auf alle Behandlungen würden wir nicht in ein Abo schreiben.
Er kostet am meisten bei den Kundinnen, die am häufigsten kommen. Für das Studio heißt das: Die Produktzeile bleibt im Tarif, als Rabatt auf eine ausgewählte Produktgruppe statt auf das ganze Regal. Die Prozente auf Behandlungen entfallen. An ihre Stelle tritt der Terminvorrang, der das Studio nichts kostet und den Kundinnen mehr bedeutet als zehn Prozent.
So geht das mit Stammabo
Stammabo ist kein Terminkalender und vergibt keine Termine. Es führt die Kundenliste, zieht den Beitrag ein, zählt die Behandlungen und erinnert an den nächsten Termin. Ob du danach im Buch oder im Handy planst, bleibt dir überlassen.
0 € Einrichtung, keine Grundgebühr. 5 % + 20 % USt auf Beiträge, Aufnahmegebühren, einmalige Posten und Guthabenkäufe, höchstens 249 € + 20 % USt im Monat.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, was mich eine Leistung wirklich kostet?
Leg zehn Fälle der letzten Wochen nebeneinander, zähl Zeit und Material und nimm den Durchschnitt. Dann prüf, was passiert, wenn jede Kundin die inbegriffene Menge ausnutzt. Bleibt der Beitrag auch dann über deinen Kosten, trägt der Tarif.
Kann ich Produkte in ein Abo packen?
Produkte lassen sich ins Abo packen, wenn die Menge gedeckelt ist oder wenn der Vorteil ein Preisnachlass auf ausgewählte Produkte ist. Je höher der Wareneinsatz, desto genauer musst du rechnen, was dich eine Kundin im schlechtesten Fall kostet.
Darf ein Abo günstiger sein als die Einzelbehandlungen?
Ein Abo darf günstiger sein, wenn der Nachlass durch die Planbarkeit gedeckt ist: fester Beitrag, fester Termin, kein Ausfall durch kurzfristige Absage. Teile den Jahresbetrag durch die Behandlungen und vergleich mit deinem Einzelpreis, dann siehst du, wie viel Nachlass das Abo trägt.
Wie viele Leistungen soll ein Tarif enthalten?
Für den Anfang genügen ein bis drei Leistungen, die dich wenig kosten und die Kundin regelmäßig braucht. Alles Weitere gehört in einen höheren Tarif, wo es für mehr Geld und mit eigener Grenze dazukommt.
Die Preise und Mengen sind Beispiele aus dem Bereich Körperpflege und keine Richtpreise. Setz deine eigenen Zahlen ein, die Prüfung bleibt dieselbe. Der Text enthält keine Rechts- und keine Steuerauskunft.
Nimm deine Leistungsliste und streich alles, das bei zwei der vier Fragen durchfällt.
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